Rückblick Personalrätekonferenz

Digitalisierung im öffentlichen Dienst - zwischen grenzenloser Freiheit und totaler Überwachung am 16.09.2015

Die Personalrätekonferenz „Digitalisierung und gute Arbeit im öffentlichen Dienst - zwischen grenzenloser Freiheit und totaler Überwachung“ ist bei vielen Personalratsmitgliedern auf großes Interesse gestoßen. Ca. 250 Kolleginnen und Kollegen informierten sich über Digitalisierungsprozesse und E-Government. Sie diskutierten mit Akteuren des öffentlichen Dienstes, der Wissenschaft, der Gewerkschaften und Beratungseinrichtungen, wie diese Prozesse im Sinne der Beschäftigten gestaltet werden können? Welche Beteiligungsrechte  die Personalvertretungen haben und an welcher Stelle Beratung durch ExpertInnen notwendig ist. Aus verschiedenen Blickwinkeln wurden in drei Workshops Anforderungen an Interessenvertretungen sowie praktische Beispiele aus Dienststellen und Betrieben erörtert und vertieft."  

Die Vorträge im Einzelnen

Stellungnahme der Clearingstelle Mittelstand zum E-Government-Gesetz NRW (Eckpunktepapier)
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Stellungnahme des DGB Bezirk NRW zum Entwurf eines E-Government-Gesetzes Nordrhein-Westfalen gem. § 35 GGO
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Führung, Eigenverantwortung und Selbstbestimmungin der digitalen Verwaltung
Dr. Karsten Schneider, DGB Bundesvorstand, Abt. Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik
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Digitalisierung im Fokus des Dienstrechts
Dr. Sabrina Idecke-Lux
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Anforderungen an ein betriebliches Gesundheitsmanagement aus Mitbestimmungssicht
Ute Lorenz - GEW NRW - Referentin für Personalvertretungsrecht, Dienstrecht und Beamtenpolitik
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Workshop 1: Altersgerechte Arbeitsqualität in der modernen Arbeitswelt und die Anforderungen an ein betriebliches Gesundheitsmanagement“
Jürgen Tempel
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Die Workshop-Themen
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Personalrätekonferenz: „Digitalisierung und gute Arbeit im öffentlichen Dienst – zwischen grenzenloser Freiheit und totaler Überwachung“

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wir laden euch herzlich ein zu unserer diesjährigen Personalrätekonferenz. Ihr Motto ist „Digitalisierung und gute Arbeit – zwischen grenzenloser Freiheit und totaler Überwachung“.

Computer und Internet sind längst alltägliche Arbeitswerkzeuge im öffentlichen Dienst geworden. Sie bieten den Beschäftigten Chancen bei der Bewältigung von Routineaufgaben und werden vielleicht in den kommenden Jahren auch für mehr Autonomie bei Arbeitsort, Arbeitszeit und bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes geben. Der Digitalisierungsprozess muss aber von den Personalvertretungen mitgestaltet werden, um die mit ihm verbundenen Gefahren zu beherrschen.

Wir wollen gute Arbeit in den Verwaltungen, keine monotonen Abläufe. Wir wollen auch im öffentlichen Dienst sichere Beschäftigungsverhältnisse und die Förderung der Potenziale der Bediensteten. Und wir müssen den möglichen negativen Auswirkungen entgegentreten, etwa der Entgrenzung der Arbeit oder der Möglichkeit einer allumfassenden Leistungs- und Verhaltenskontrolle.

„Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“ – das war unser Motto zum 1. Mai 2015. Nicht technische Möglichkeiten und computerisierte Arbeitsabläufe dürfen den Arbeitsplatz der Zukunft gestalten, sondern wir sind gefordert als Personalräte und Gewerkschaften. Wir müssen weiter um die Humanisierung der Arbeitswelt ringen. Im Mittelpunkt muss der Mensch stehen!

Ich freue mich auf spannende Diskussionen mit euch.

Andreas Meyer-Lauber
Vorsitzender des DGB NRW

   

Die Themen und der Ablauf im Überblick

10:00 Uhr Beginn der Veranstaltung

Digitalisierung im öffentlichen Dienst – Perspektiven Guter Arbeit
Andreas Meyer-Lauber
Vorsitzender DGB NRW

Psychosoziale Auswirkungen der IT-Revolution
Prof. Alexander Markowetz (angefragt)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Informatik

Führung, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung in der digitalen Verwaltung
Dr. Karsten Schneider
Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB Bundesvorstand Berlin

Podiumsdiskussion: Digitalisierung und Mitbestimmung
Prof. Alexander Markowetz (angefragt)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Informatik

Hartmut Beuß
Der Beauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für Informationstechnik (CIO)

Stefanie Wallbruch
TBS Regionalstelle Dortmund

Roland Neubert
Rechtsanwalt, bn-Rechtsanwälte

N.N. (angefragt)
Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste

Moderation: Frank Fligge
Journalist

12:30 Uhr Mittagspause

   

13:30 Uhr Workshops

 

Workshop 1:

Altersgerechte Arbeitsqualität in der modernen Arbeitswelt und die Anforderungen an ein betriebliches Gesundheitsmanagement
Durch die Umstellung zahlreicher Arbeitsprozesse in Rahmen der Digitalisierung gestaltet sich auch der Arbeitsalltag vieler Beschäftigter um. Sowohl ältere als auch jüngere Kolleginnen und Kollegen müssen sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen.
In diesem Workshop möchten wir der Frage nachgehen, wie die Arbeit jetzt und in Zukunft so gestaltet werden kann, dass sie gesund und motivierend ist.

Dr. Jürgen Tempel
Dienst für Arbeitsmedizin und Gesundheitsförderung

Moderation: Ute Lorenz
Referentin Beamtenrecht, Beamtenpolitik und Mitbestimmung, GEW NRW

Workshop 2:

Digitalisierung und Mitbestimmung – Herausforderungen der Personalratsarbeit bei zunehmender Digitalisierung
Der Einsatz digitaler Technik ermöglicht zahlreiche Arbeitserleichterungen, etwa die Beschleunigung von Arbeitsabläufen und eine leichtere Verfügbarkeit von Daten. Daraus ergeben sich auch Spannungsfelder zwischen Arbeitsverdichtung, stärkerer Kontrolle und Entgrenzung.
Die Folgen des Einsatzes neuer Technologien am Arbeitsplatz sind jedoch nicht zwangsläufig, sondern durch Mitbestimmung gestaltbar. Dies ist auch Aufgabe der Personalräte und soll in diesem Workshop genauer erläutert und diskutiert werden.

Roland Neubert
Rechtsanwalt, bn-Rechtsanwälte N.N.
Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (angefragt)

Moderation: Jan Vellemann
stellvertretender Geschäftsführer GdP NRW

Workshop 3:

Digitalisierung im Fokus des Arbeits-, Tarif- und Dienstrechts
Flexibilisierung, Entgrenzung, Home-Office, Flex-Office und mobiles Arbeiten – all dies sind Themen, die in den nächsten Jahren auch im öffentlichen Dienst immer mehr zum Thema werden. Wie ist das Dienstrecht darauf eingerichtet? Welche Möglichkeiten können Dienststellen und Beschäftigte nutzen um der Digitalisierung zu begegnen?
Diese und andere Fragen des Arbeits-, Tarif- und Dienstrechts möchten wir in diesem Workshop diskutieren.

Dr. Sabrina Idecke-Lux
Referentin für allgemeines öffentliches Recht, Ministerium für Inneres u. Kommunales des Landes NRW

Moderation: Cornelia Hintz
Abteilung Beamte und Beamtinnen, ver.di NRW

 

16:00 Uhr
Ende der Veranstaltung